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Peho Magnetkupplung

Für alle die einen geringen Rollwiderstand und beleuchtete Waggons wünschen ist die Kurzkupplung von Peter Horn (Peho) eine Überlegung wert. Wir haben inzwischen unseren gesamten Fuhrpark auf diese Kupplung umgerüstet und wollen unsere Erfahrung hier teilen. 

 

Die N-Kupplung, ein kurzer Abriss

Der Wunsch nach einer funktionalen Kurzkupplung hat uns in den Anfängen ohne Normschacht bereits von Roco und Fleischmann erfüllt. Leider waren diese System in sich geschlossen und nicht mit den Standard-Klauenkupplungen kompatibel. Also musste man entweder feste Zugverbände bilden oder den ganzen Fuhrpark umrüsten. 

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von verkürzten Normkupplungen für alle Hersteller und Schächte. Erwähnt seien hier nur Eichhorn, SK und MTR. Mit diesen Kupplungen ist ein Balg-an-Balg fahren ohne Probleme möglich. 

 

Und jetzt wird's digital

Mit Einzug der Digitaltechnik auf unserer Anlage kam der Wunsch die beleuchteten Zugeinheiten auch digital steuern zu können. Jeden Waggon mit einem separaten Decoder und eigener Stromaufnahme auszustatten belastet nicht nur den Geldbeutel ungemein, sondern stellt einige Lokomotiven in Punkto Zugkraft deutlich auf die Probe. Die Lösung für unser Problem bietet PeHo mit seiner Magnetkupplung an.  

Vorteile Nachteile
- Geringerer Rollwiederstand
- Kein ungewolltes Entkuppeln
- Digitales Schalten des ganzen Zuges
- Verkürzter Kuppelabstand

- Anschaffungskosten
- Nicht kompatibel mit anderen Systemen
- Waggons ohne Normschacht müssen bearbeitet werden
- Keine "echte" Kurzkupplung

Hersteller: Peho
Art: Kupplung
Preis: ab 3,90 Euro das Paar

Ironischerweise geht mit dem Einbau der Magnetkupplung die oben angesprochen Kompatibilität verloren. D.h. ein Kuppeln mit Norm-Kupplungen ist nicht mehr möglich. 

 

Ebenso muss gleich vorweg gesagt werden, das die Kupplung nicht besonders zierlich ist, was jedoch im eingebauten Zustand nicht besonders ins Gewicht fällt. Der Waggon-Abstand ist leicht größer als mit einer aktuellen Kurzkupplung. 

 

Einbau im Normschacht

Ein Einbau in Normschächte ist denkbar einfach. Alte Kupplung raus, neue Kupplung rein. Doch wohin mit den Kabeln? Bei den meisten Modellen wird man um zwei kleine Löcher nicht herum kommen. Roco bietet eine komfortable Möglichkeit der Kabelführung an, da die Drehgstellhaltezapfen in der Mitte hohl sind. Bei unseren kleinen Minitrix-Waggons jedoch mussten wir mit einem 1mm Bohrer zwei kleine Löcher zur Kabelführung schaffen. 

 

Einbau ohne Normschacht

Hier ist mehr Kreativität gefragt. Entweder man rüstet den Waggon, wo es geht, mit einer Kupplungkinematik (ebenfalls erhältlich bei Peho) nach oder bearbeitet die Kupplungen.

Bei unseren alten Roco-Schürzenwägen haben wir circa 2 mm am Ende der Kupplung abgefeilt und direkt hinter dem Kupplungskopf auf beiden Seite eine Kerbe gefeilt. So hat die Kupplung immer noch leicht seitliches Spiel und sitzt aber bombenfest im Schacht. 

 

Rückbaufähiger Einbau bei Lokomotiven

Da wir unseren gesamten Fuhrpark auf die Magnetkupplung umgerüstet haben musste auch die Lokomotiven ihre Magnetkupplung (ohne Leitungen) erhalten. Da sich hier der ein bau einer Kinematik eher schwer darstellt, wurden die Kupplungen intensiv bearbeitet. Neben mehreren Feinarbeiten werden für Fleischmann-Lokomotiven noch ein Loch in die Mitte der Kupplung gebohrt. Dadurch kann der alte Haltestift ohne Probleme weiter genutzt werden und einem eventuellen Rückbau steht nichts im Wege. 

Da die Kupplungshalterung jedoch auf den Normschacht ausgelegt ist, sollte in jedem Fall ein kleines Stück Kunstoff auf der Unterseite der Kupplung eingeklemmt werden, damit die Kupplung im Betrieb ohne Waggons nicht nach unten hängt. Dies kann vor allem bei Rückwärtsfahrten zu Probleme und einem Feststecken führen. 

Wichtig beim Bohren: Achten Sie darauf das sie die Kinematik nicht beschädigen oder blockieren! Außerdem sollten Sie vorher herausfinden ob sich eventuell ein Gewichtseinsatz an der Stelle befindet.

Jetzt wird verkabelt

Nach dem Einbau erfolgt die Verkabelung wie gewünscht. Auf unserer Anlage sind Decoder und Stromabnahme im Gepäckwagen und in seltenen Fällen im Speisewagen untergebracht. In allen andere Personenwaggons ist je eine Lichtleiste mit Kondensator untergebracht.

 

Warum ein Kondensator? In engen Kurven kann auch der beste Magnet mal den Kontakt verlieren und wir wollen kein Flackern. Wenn sie davon ausgehen das der Packwagen der erste Wagen ist und den Kontakt zum Zweiten Wagen verliert, verlieren auch alle weiteren Wägen als Kettenreaktion den Kontakt. 

 

Decoderwerte beachten

Auch wenn es verlockend sein kann jetzt mit einem Gepäckwagen und praktisch keinen Rollwiderstand einen schönen langen Zug zu bilden sollte man stets an den Decoder denken. Wie viel verkraftet er? Denken Sie auch daran, das der Decoder bei Aktivierung nicht nur das Licht anschaltet sonder im ersten Moment auch die Kondensatoren speist. Da kann auch bei LED-Beleuchung einiges zusammen kommen und der Decoder ist dem eventuell nicht gewachsen. 

 

Fazit:

Es ist nicht ganz günstig und man muss sich entscheiden ob man diesen Schritt für den gesamten Fuhrpark oder eventuell nur einzelne Zuggarnituren wagen möchte, aber für uns hat es sich gelohnt. Der ganze Wagenpark fährt mit digital steuerbarer Beleuchtung, geringem Rollwiderstand und absolut entkupplungssicher selbst über schnell aufgebaute Teppichbahnen. Der Einbau ist auch bei Normkupplungen mit einigem Aufwand verbunden, da immer Wege zur Kabelführung gefunden werden. Ein Puffer-an-Puffer-Fahren ist leider nicht möglich, aber wir können über diesen Nachteil hinweg sehen. 

 

Nachmachen auf eigenen Gefahr. Viel erfolg bei Ihrem Kupplungsumbau!


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