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Kato Unitrack Drehscheibe

Wir selbst sind Teppichbahner. Wir haben leider nicht den Platz für eine fest installierte Anlage, sondern fahren mit mehreren kleinen Modulen quer durch die ganze Wohnung. Verbunden werden diese Module über das Kato Unitrack Gleissystem. Da fehlte die Drehscheibe im Betrieb irgendwie, doch es gibt auch Abhilfe aus dem Hause Kato. Doch wie schlägt sich das gute Stück im Betrieb tatsächlich? 

 

Anschaffung

Auch als Teppichbahner ist man interessantem Rangierbetrieb nicht abgeneigt und um nicht für jede Lok eine einzelne Weiche für ein Abstellgleis anzuschaffen, stand die Kato Drehscheibe schon länger auf der Wunschliste. Mit knapp 250 Euro, nicht ganz günstig, aber wenn wir überschlagen was eine Katoweiche plus passenden Digitaldecoder und Einbauzeit pro Stück kosten, lohnt sich die Anschaffung dann doch recht schnell. Bei unserem Lieblingshändler Lokmuseum* (nein wir erhalten keine Provision, wir mögen ihn nur wirklich gerne!) haben wir dann diese Drehscheibe erstanden. Man sollte nicht vergessen, sich noch weitere Anschlussgleise mit zu bestellen, da sonst der Platz schnell recht beschränkt ist. 

 

Auspacken

Erster Eindruck: Dünn ist sie. Nur wenige mm mehr als das eigentliche Kato Unitrack Gleis. Daher ist eine Verbindung komplett ohne Unterbau möglich. Sicherlich gibt es Schöneres, aber wenn wir ehrlich sind, dann sind die alten Fleischmann oder Arnold Drehscheiben heute auch keine Augenweide mehr. Geliefert werden die Drehscheibe, Anschlussgleise, Prellböcke, Aufbauten für die Drehscheibenbrücke und Trafo nebst Kabel. Dem japanischen Netzstecker wurde von Noch ein europäischer Netzstecker beigelegt. Das war bei den ersten Auslieferungen noch nicht der Fall, wie man im Internet liest. Von daher: Löblich das man aus der Kritik gelernt hat. 

 

Einlesen

Die Anleitung ist, naja sagen wir mal ungewöhnlich. So richtig schlau werden wir daraus nicht. Aber so viele Möglichkeiten gibt es ja nicht, daher Kabel einfach einstöpseln und ganz klassisch analog mal anfahren. 

 

Erste Fahrten

Die Drehscheibe wird vom mitgelieferten Trafo gespeist. Ohne Zubehör wird jedoch nur der Motor der Drehscheibe, nicht aber das Gleis mit Strom versorgt. Das ist - auch im Digitalbetrieb - natürlich sehr gut, da so keine Kurzschlüsse durch eine 180° Drehung der Drehscheibenbrücke statt finden. Der Nachteil ist jedoch, das die Lokomotiven jedoch keine Stromversorgung mehr haben, sobald die Scheibe sich vom Stromführenden Gleis weg bewegt. Wenn wir davon ausgehen, das wir nur das Einfahrsgleis mit Strom versorgen und drehen die Drehscheibe im Anschluss um 90° um eine Lok dort zu parken, passiert leider nichts. Denn die Stromversorgung der Gleise ist hier nicht vorhanden. 

Mit optionalem Zubehör von Kato lässt sich dieses Problem jedoch beheben. 

 

Was ihr an der Optik en bisschen fehlt, macht die Betriebssicherheit weg. Die Scheibe dreht sich in rund einer Minute um 180 Grad, in annehmbarer Geschwindigkeit. So lange man das Hebelchen auf Drehung stellt, läuft sie behäbig vor sich hin, wenn man den Hebel auf die "Stopp"-Postion stellt, wird die Scheibe schlagartig langsamer und sucht sich das nächste Gleis. Hat sie Kontakt gefunden, justieren sich auf beiden Seiten der Brücken die Gleise sehr genau nach und die Fahrt geht los. Eine wirklich großartige Lösung! Was uns nicht so gefällt, ist das die Brücke manchmal die Ausfahrt verpasst und ein Gleis zu weit düst. Woran das liegt können wir nicht ausmachen. Wenn das Gleis gefunden ist, gibt es aber tatsächlich kein Hoppeln, oder Entgleisen. Selbst bei schwierigen Lok-Kandidaten. Die Nachjustierung ist absolut exakt. 

 

Und im Digitalbetrieb

 

Es gibt im Internet sehr findige Menschen, die das ganze nicht nur digital versorgen, sondern auch steuern können. Das ist uns dann doch etwas zu aufwendig. Und daher suchen wir einen Kompromiss. Die Gleisversorgung soll über unsere Digitalspannung erfolgen, die Steuerung der Drehbewegung erfolgt konventionell der den mitgelieferten Trafo. Da man die Anschlussgleise immer zu dritt an die Platte anschraubt haben wir uns für eine recht simple, wenn auch nicht so elegante Lösung entschieden. 

 

Wir löten an das Drehscheiben-Aufsatzstück jeweils unsere Kabel direkt an und führen diese von einem Gleis zum nächsten. Die Kabel erhalten am Ende einen klassischen Bananenstecker. Eventuell sollte man nicht so dumm sein wie wir und unterschiedliche Farben nehmen ;)

Die Auffahrten sind auf der Unterseite mit Isolierband verklebt. 

So können wir immer gleich 3 Gleise auf einmal bequem aufbauen und mit den Steckern über eine Verteilerleiste mit Strom versorgen. 

 

Polung beachten? 

Um keinen Kurzschluss zu produzieren muss beim Gleis, welches gegenüber des Einfahrsgleises ist, muss unbedingt auf die Polung geachtet werden! Bei den anderen Gleisen? Vollkommen egal, wenn man folgendes beachtet: 

Versorgen sie von den 36 Gleisen, einfach nur 18 mit Spannung. 

Warum? Es wird seltenst vor kommen das Sie eine Lok, die auf einem der Abstellgleise steht einfach nur so hin und her fahren wollen, ohne das die Brücke auf das Gleis zeigt. Eben jene Brücke justiert sich nicht nur exakt nach, sondern schafft am Anfang und am Ende eine stromführende Verbindung. D.h. Wenn Sie ein Abstellgleis mit Strom versorgen und die Drehbrücke auf das Gleis ausrichten, wird automatisch das Gleis am anderen Ende der Drehbrücke ebenfalls mit Strom versorgt. 

 

Fazit

Wir sind sehr sehr glücklich mit unserer Drehscheibe, auch wenn wir sie nicht über die z21 steuern können, macht es mit dem kleinen Hebelchen von Kato sehr viel Spaß. Das die Lok, während der Drehbewegung der Brücke immer nur kurz Strom bekommt, wenn die Brücke an einem Stromführenden Gleis vorbei fährt und nicht konstant mit Strom versorgt wird, ist uns egal. Während der Drehung, sollte die Lok eh nicht fahren ;) Es ist ein sehr teures Vergnügen, denn zum Anschaffungspreis von 250 Euro der Scheibe kommen jeweils nochmal um die 20 Euro für je 3 Gleise, aber für Teppichbahner eine sehr schöne Lösung. 

 

 

 

Hersteller: Kato
Art: Drehscheibe
Preis: circa 250 €

Verbundene Anschlussgleise mit angelötetem Kabel


Ausgefahrenen Bleche zur Fahrstromübertragung



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